theaterelch

Christian Probst

Bern, Schweiz
Kontakt: info@theaterelch.ch


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Berner Woche - 15.10.2001

G I E R

THEATER ELCH

ban. Was Sarah Kane über sich, ihr Schreiben und ihre Stücke gesagt hat, ist gleichzeitig schaurig schön und grauenhaft traurig - vor allem, wenn man weiss, dass sich die hoffnungsvölle Schriftstellerin 1999 mit 28 Jahren selbst umgebracht hat: «Etwas Schönes über Verzweiflung zu schaffen, ist für mich die hoffnungsvollsten lebensbejahendste Sache, die jemand tun kann. Manchmal müssen wir in unserer Vorstellung in die Hölle hinuntersteigen, um zu vermeiden, es in der Wirklichkeit zu tun. Ich riskiere lieber eine Überdosis auf dem Theater als im Leben.» Die vier Stücke, die sie bis zu ihrem Töd geschrieben hat, wurden seit ihrem Tod auch in deutschsprachigen Theatern oft inszeniert. Für Bern allerdings ist die Kane-Produktion des theater elch eine Premiere. Der Regisseur Michael Oberer und sein Team haben sich für «Gier» einen Aufführungsort ausgesucht, der perfekt zu «Gier» und zu Kane zu passen scheint: Sie bespielen das Berner Münster, das Publikum sitzt im Chor, die vier Schauspieler und Schauspielerinnen sitzen einsam in den Kirchenbänken. Die Akustik des Münsters wird die dunklen, verzweifelten Texte der Autorin unheimlich verstärken. «Gier» zeigt, wie Liebe als christliche Erlösung von den Übeln der Weit unter Menschen zur Gewalt und Vergewaltigung, zu Macht und ihrem Missbrauch wird, von dem einzig noch der Tod erlösen kann. «Er der einziehen will» gibt allein Leben, allerdings um den Preis, dass es zugleich endet. In der gemeinsamen Produktion vom theater elch und der Münstergemeinde Bern spielen Thomas U. Hostettler, Sonja Gertsch, Patricia Bornhauser und Andreas Debatin.

Berner Münster, Fr, 12. 10., Sa, 13, 10., So, 14. 10., Mi, 17 10., 20.30 Uhr (weitere Aufführungen bis Ende Oktober), Vorverkauf, (031) 310 23 23


· Gier

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