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20 Minuten - 28. November 2003
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Bald Schafe, Konzerte und Theater auf dem Friedhof?
Öffnen sich die Berner Friedhöfe für kulturelle Anlässe oder grasen bald Schafe rund um die Gräber? Die Stadt Bern erwägt eine erweiterte Nutzung ihrer Friedhöfe.
Eine Umfrage der Stadtgärtnerei Bern und der Hochschule für Künste unter 363 Besuchern der drei Berner Friedhöfe brachte Erstaunliches zu Tage: Die Friedhöfe werden zunehmend als Naherholungsräume und nicht nur zum Grabbesuch genutzt. Eine Öffnung der Friedhöfe für besinnliche, kulturelle Anlässe oder grasende Schafe konnte sich die Mehrheit der Befragten vorstellen.
Anders beurteilte diesen Sommer die Gewerbepolizei ein Gesuch des Theaters Elch. Ihr auf dem Berner Bremgartenfriedhof geplantes spätmittelalterliches Stück über Tod und Sterben, «Der Ackermann aus Böhmen», störe die Ruhe der Toten, entschied der Polizeiinspektor. Die Theaterleute fochten den Entscheid beim Regierungsstatthalter an. Dessen Beurteilung steht noch aus.
Ganz anders beurteilte die reformierte Kirche den Fall und wollte das Theater sogar finanziell unterstützen: «Wir Menschen können die Ruhe der Toten nicht stören, weil sie eine ewige ist», so Samuel Lutz, Synodalratspräsident der reformierten Kirchen. «Kultur gehört überall hin, wenn sie dem Ort gerecht wird», ist auch Theaterproduzentin Livia Anne Richard überzeugt.
Denise Schneitter
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