Das positive Echo und der grosse Erfolg der letztjährigen Aufführung des Theaterstücks (aus dem Jahr 1401) auf dem Bremgartenfriedhof in Bern haben die Stadtgärtnerei demnach bewogen, das Stück auf dem Friedhof am Hörnli aufführen zu lassen. Im Zentrum steht ein Zwiegespräch zwischen dem Tod und dem Ackermann aus Böhmen. In der Dämmerung (Beginn jeweils 20.30 Uhr) empfangen die Schauspieler das Publikum am Friedhofseingang beim Grenzacherweg. Gemeinsam begeben sie sich zum Aufführungsort.
Verzicht auf Applaus
Musikalisch begleitet von Mich Gerber und Peter Hertig, hebt der Ackermann aus Böhmen zu seiner Klage an. Aus den Gräbern löst sich dann der Schatten des Todes und beginnt mit seiner Erwiderung. Während 60 Minuten wechseln sich Rede und Widerrede ab, immer mit Musikbegleitung. Zum Schluss verlässt der Tod wieder die Welt der Lebenden in Richtung der Toten, der Ackermann spricht sein Gebet zu Ehren seiner verstorbenen Frau. Das Publikum wird gebeten, auf Applaus zu verzichten. Am Ausgang besteht die Möglichkeit einer Kollekte.
Das Theaterstück hat Johannes von Tepl 1401 geschrieben. Wegen seiner Sprachgewalt fasziniert der Text noch heute. Einerseits ist er unverkennbar im Mittelalter beheimatet, andererseits weist er durch seine Auflehnung gegen den Tod, und damit auch gegen Gott, auf den modernen Menschen der Renaissance und der Aufklärung hin. Aufgrund der Thematik wurde der Friedhof als Spielort gewählt, um das Gefühl der Unausweichlichkeit zu vertiefen.
Das Theaterstück ist in diesem Sommer bereits auf dem Züricher Friedhof Enzenbühl aufgeführt worden. Neben den Aufführungen in Basel sind weitere auf dem Bremgartenfriedhof in Bern geplant.