theaterelch

Christian Probst

Bern, Schweiz
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Marianne Freidig

Geboren in Lenk. Studium der Germanistik und Kunstgeschichte in Bern und Paris. Theaterstücke, Hörstücke und Prosa. 2004 Aufnahme in die Dramatiker Masterclass-MC6 und in das internationale Filmförderprojekt Ekran sowie in die Autorenförderung von DRS 1. Das Stück "Manana", am Schauspielhaus Stuttgart als deutsche Erstaufführung wurde an das Festival zeitgenössischer deutscher Dramatik in Santiago de Chile eingeladen. Preise/Stipendien (Auswahl): Förderpreis der Schweizerischen Autorengesellschaft (2001), Aufenthaltsstipendium der Lydia-Eymann-Stiftung in Langenthal (2001), Stipendium der Gruppe Olten (2002), Berlinstipendium der Zuger Kulturstiftung Landis&Gyr (2003/04). Verfasste für ABSICH den Text "Hände baden".


Hände baden

Ich bade Füsse und Knöchel im weissen Forellenteich. Der Kopf gleitet kontrolliert nach vorne, zieht Schultern und Oberkörper mit. Ich sitze jetzt gebeugt auf der Eichenschwelle, und die Hände hüpfen ins trübe Wasser. Sie verschwinden, tauchen auf. Sie ziehen mit grauer Kreide Kreise in die Milchverbauung. Die Augen ziehen mit. Sie kreisen über der Wasseroberfläche. Der Kopf streift Weiss und Stein, zieht den Körper ruckartig mit. Er gleitet über die Schwelle und bricht auf der Steinkante auf, wölbt sich über kurzarmigen, in der Verbauung gefangenen Tannen. Die Stummel stechen spitz in die Haut, spiessen Fleischstücke auf, reissen sie aus der Haut heraus. Wasser dringt in die Wunden ein. Der Leib schiesst im Strahl über die nächste Schwelle der Bachverbauung. Der Kopf streift die Felskante, wird zurückgeschleudert, schlägt auf ein Holzbrett auf. Strudel ziehen den Schädel in die Tiefe. Der Kopf sitzt in einem Bett aus feinen Ästen fest. Rote Haare wellen sich im Strudelbad, bis sie sich in Kieseln verfangen und unter ihnen festsitzen. Der Körper schwebt und strömt, sich unscheinbar bewegend. Brustwirbel dehnen sich aus, pumpen Wasser in die Lungenflügel und fallen zuckend in sich zusammen. Der Wasserleib windet und dreht sich. Die Füsse fühlen den zirpenden Grund aus Kieseln und Blättern, stossen sich kräftig ab. Der Strudel drückt dagegen, saugt den Körper erneut an, zieht ihn, in Schrauben wellend, zum Beckengrund hinab. Der Kessel entleert sich und spuckt den Körper aus, bevor die nächste Wasserwelle hereinschwappt. Ich liege auf der Schwelle. Am nächsten Morgen: Ich sitze auf dem Ast einer Eiche. Ich trage jetzt kurzes Haar. Der Schnitt wurde nachgebessert. Die langen Haare sitzen unter den Kieseln im Sprudelbad fest. Ich.


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