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Christian Probst

Bern, Schweiz
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Der «Bund» - 12. Juni 2004

Friedhof bleibt Ort der Trauer

BERNER STADTRAT Berns Gemeinderat lehnt Veranstaltungen auf Friedhöfen ab: Von dieser kategorischen Haltung rückte er am Donnerstag nicht ab, nachdem der Stadtrat über einen Vorstoss betreffend kulturelle Nutzung von Friedhöfen diskutiert hatte. Mehrere Mitglieder sahen nämlich durchaus Möglichkeiten der besinnlichen Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit.

Der Friedhof sei ein Ort der Totenehrung und Stille, sagte Interpellant Conradin Conzetti (gfl), selbst Pfarrer von Beruf. Es gelte, klare Grenzen zu ziehen: Spiel, Sport und weidende Schafe gehörten nicht auf den Friedhof, gewisse besinnliche kulturelle Veranstaltungen hingegen schon. Daniele Jenni (gpb) zeigte sich enttäuscht von der „ängstlichen, sklerotischen und starren Haltung des Gemeinderats“ Totenkult, wie etwa in Mexiko, könne gar eine gewisse fröhliche Dimension haben.

Gemeinderat Adrian Guggisberg, Direktor für Hochbau, Stadtgrün und Energie, wies auf eine Studie hin, die zusammen mit der Hochschule der Künste Bern (HKB) erstellt worden war. Darin wurden Besucherinnen und Besucher über ihre persönlichen Ansprüche an Friedhöfe befragt. Die Wenigsten zeigten sich offen für Nutzungsänderungen.

Auslöser war das Theaterstück „Ackermann aus Böhmen“ – ein Streit -und Trostgespräch („Bund“ vom 29. Mai). Gemeinderat Guggisberg lehnt Veranstaltungen auf dem Bremgartenfriedhof definitiv ab, könnte sich aber Aufführungen in „sakralen Räumen“ in „würdigem Rahmen“ vorstellen.

FDP-Stadtrat Heinz Rub unterstützte die strenge Position: „Es gibt Sachen, die passen nicht ins Bild. Ein Helikopter in einem stillen Hochgebirgstal ist auch ein Störfaktor.“ Und Jennis „wirre Auffassung von Nutzung des öffentlichen Raums“ sei hinlänglich bekannt.

(dv)

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